Matthias C. Eitner,
geboren 1957 im Norden Deutschlands, begann 1982 ein Designstudium an der HAW Hamburg mit einem Fokus auf Mode, die ihn bereits zu dieser Zeit vor allem phänomenologisch interessierte. Während seiner Ausbildung belegte er Kurse in Malerei bei Prof. Brigitte Thoma, Aktzeichnen bei Prof. Göttlicher und Illustration bei H.v. Cettriz. 1985 gewann er den nationalen Designwettbewerb der WOOLMARK COMPANY, IWS. Ein Jahr später schloss M.C.E. sein Studium frühzeitig mit einem Diplom an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg ab und arbeitete anschließend als Designer, Stylist und Art Direktor. Zeitgleich unterrichtete er von 2011 bis 2023 als freiberuflicher Dozent an der AMD, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, mit dem Schwerpunkt Kreativität und Improvisation künstlerischer Prozesse.
Ab 2015 begann M.C.E. unter dem Einfluss spürbarer gesellschaftlicher Veränderungen, die durch wachsende politische Extreme in Europa und die Folgen der Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen bedingt waren, Malerei als Ausdrucksmittel zu entwickeln. Als Kind Überlebender des Zweiten Weltkriegs und des Faschismus in Deutschland verarbeitet er in seinen Bildern immer wieder kollektive Abwehrmechanismen dieser gesellschaftlichen Traumata, um aufkommende repetitive Tendenzen nicht unkommentiert zu lassen. Zudem thematisiert er Manifestationen individueller Vulnerabilität und Ausgrenzung, um Diversität und Dialog in der modernen, digitalisierten Gesellschaft zu fördern und individuelle Resilienz zu stärken.
Die Ästhetik seiner Arbeit, die Leichtigkeit seines oft an Modeillustration erinnernden Strichs und Farbauftrags, ermöglicht ihm, drastische Narrative erlebbar zu machen, ohne den Kontakt zum Rezipienten zu verlieren. Der Arbeitsprozess von Matthias C. Eitner vereint geschickt digitale Medien und analoge Techniken. Schnell trocknende Farben und grobe Pinsel fordern Geschwindigkeit, Intuition und Improvisation im Schaffensprozess und verleihen seinen Bildern eine expressive Tiefe sowie die Wirkung spontaner Snapshots.
Heute stellt Matthias C. Eitner national und international aus und nimmt regelmäßig an Projekten und Ausstellungskonzepten im öffentlichen Raum teil. Besonders bemerkenswert war seine Teilnahme an der Ausstellung "DENKRAUM DEUTSCHLAND: Love & Peace" im Jahr 2022 in der Pinakothek der Moderne in München, die von Miro Craemer kuratiert wurde.
„Gute Bilder melden sich von allein!“
Jaques Schumacher